Die Modellregion – das Diepholzer Land

Der Landkreis Diepholz steht – stellvertretend für einen Großteil der eher ländlich geprägten Landkreise und Gemeinden innerhalb Deutschlands – vor vielfältigen Herausforderungen hinsichtlich der demografischen, wirtschaftsstrukturellen, sozialen und räumlichen Entwicklung. Dabei stellt der demografische Wandel insbesondere ländliche Räume vor große Herausforderungen, zu nennen sind hier u.a. Bevölkerungsrückgang, die selektive Abwanderung junger Menschen und die damit verbundene zunehmende Alterung der Bevölkerung, unzureichende Erwerbsmöglichkeiten sowie Defizite in der Infrastruktur- und Finanzausstattung der Kommunen.

Allerdings sind ländliche Räume durch unterschiedliche Strukturmerkmale und eine stark differierende Dynamik, Vielfalt und Eigenständigkeit gekennzeichnet und in unterschiedlicher Weise vom demografischen Wandel betroffen. Dies gilt auch für den Landkreis Diepholz. Henkel (2010) weist in diesem Zusammenhang auf den sozialen und ökonomischen Wandel hin, der regional unterschiedliche Auswirkungen auf die nachhaltige Entwicklung der ländlichen Räume bewirkt. Folgen des Wandels können sowohl Schrumpfung als auch Wachstum sein: Neben ländlichen Regionen, die durch wirtschaftliche Prosperität, Urbanisierungsdruck und Bevölkerungswachstum gekennzeichnet sind, existieren dünn besiedelte, strukturschwache Regionen, die überwiegend mit den infrastrukturellen Folgen einer negativen Bevölkerungsbilanz – verbunden mit Alterung und Abwanderung junger Menschen auf der Suche nach qualifizierter Arbeit bzw. Ausbildung – konfrontiert sind.

Dies zeigt, dass der demografische Wandel weit mehr umfasst als Alterung und Schrumpfung; auch Individualisierung und Pluralisierung der Lebensstile stellen die Kommunen zusätzlich vor neue Aufgaben und wirken sich auf die Landnutzung aus. In Verbindung mit den gesteigerten Mobilitätsmöglichkeiten und der oft von Arbeitgebern geforderten Flexibilität von Arbeitnehmern führt dies zu einer Zunahme der multilokalen Lebensweisen, also solchen Lebensweisen, die an mehreren Orten gleichzeitig stattfinden und durch temporäre An- und Abwesenheiten gekennzeichnet sind.

Die Modellregion, das Diepholzer Land, bildet den südlichen Teil des Landkreises Diepholz ab. Der Landkreis mit einer Fläche von 1.987 km² liegt in der Mitte Niedersachsens und zwischen den beiden Bundesländer Bremen und Nordrhein-Westfalen (Kreis Minden-Lübbecke). Im Westen grenzen die Landkreise Osnabrück und Vechta sowie die Stadt Delmenhorst und im Osten die Landkreise Verden und Nienburg (Weser) an. Der Landkreis Diepholz gehört zur Europäischen Metropolregion Nordwest und ist Partner beim Regionalmanagement Mitte Niedersachsen.

Auf einer Fläche von 665 km² zählte das Diepholzer Land im Jahr 2015 49.908 Einwohner. Die Spanne der Einwohner pro m² liegt zwischen 160 (Stadt Diepholz) und 46 ( Samtgemeinde Rehden)  (Stand 31.12.2015). Die Modellregion setzt sich aus fünf kommunalen Gebietskörperschaften zusammen: Stadt Diepholz, Gemeinde Wagenfeld sowie den Samtgemeinden Altes Amt Lemförde, Barnstorf und Rehden.

Für weitere Informationen zu den Kommunen des Diepholzer Landes klicken Sie bitte auf die Namen in der Karte.

© BMVBS/BBSR 2009; Hahne 2009; Küpper 2010, Henkel 2010, Dittrich-Wesbuer/Plöger 2013; Hesse/Scheiner 2007; Hilti 2009, REK Diepholzer Land 2014, LSN online 2013, Regionalmonitoring Niedersachsen 2015